Wenn sich der körpereigene Säure-Basen-Haushalt in einem sauren Ungleichgewicht befindet, spricht man von einer Übersäuerung. Eine Übersäuerung kann unter Anderem zu Müdigkeit, Schlappheit, Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit und anderen Beschwerden führen, die immer mehr Menschen in den letzten Jahren plagen.

Eine Übersäuerung führt zu einer Veränderung des pH-Wertes im Körper, was den gesamten Stoffwechsel beeinträchtigt. Immerhin bestehen wir aus bis zu 70% aus Wasser (je nach Alter, Geschlecht und Kondition). Ein gesunder Säure-Basen-Haushalt ist leicht basisch, hat also einen pH-Wert von über 7. Wer der Übersäuerung entgegenwirken möchte muss sich lediglich an eine einzige Regel halten: gesund und vor allem basisch Ernähren.

In jeder Apotheke finden Sie pH-Teststreifen. Über den Urin können Sie Ihren eigenen pH-Wert und damit Säure-Basen-Haushalt testen, auch wenn das Ergebnis nicht 1:1 stimmt. Für einen exakten Wert ist ein Bluttest beim Hausarzt ratsamer.

Morgens ist der Urin leicht sauer, liegt also bei ca. 6,5 bis 6,8. Abends sollte er leicht basisch sein, bei über 7.

Schon seit längerem gibt es Basenpulver und basische Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt, die dabei helfen sollen den Körper zu entsäuern. Diese enthalten in den meisten Fällen Natriumhydrogencarbonat, die Basen sollen die Säuren auflösen. Klingt gut und einfach, aber hilft das auch was? Mediziner sagen: Nein! Diese Basenpulver lösen sich im sauren Magen auf, können schlimmstenfalls für Aufstoßen und/oder Blähungen führen, weil sich Gase bilden. Der Magen ist sauer und soll auch sauer bleiben.

Matthias Bastigkeit, Fachdozent für Pharmakologie, meint: “Die Magensäure hilft nicht nur bei der Verdauung von Speisen. Sie tötet auch pathogene Keime ab. Außerdem ist sie an der Verwertung von lebensnotwendigem Vitamin B12 beteiligt. Würde man die Magensäure neutralisieren, könnte der Körper das Vitamin nicht aus der Nahrung isolieren und verarbeiten.”
Quelle: Medizin.de

Sind Basenpulver damit sinnlos, um eine Übersäuerung zu behandeln? Ganz und gar nicht. Es gibt sehr gute Mittel, die nicht im Magen, sondern erst im Dünndarm wirken.

Sie enthalten ebenfalls Natriumbicarbonat, jedoch in einer galenischen Form. Diese gegen den Magensaft resistenten Mittel haben folgende Vorteile:

  • Keine Bildung von Kohlendioxid
  • Der Magen wird nicht überbläht und zur erneuten Bildung von Säure angeregt
  • Kein Aufstoßen
  • Keine Neutralisierung der Magensäure
  • Keine Darmprobleme
  • Wirkung der Magensäure wird nicht beeinträchtigt